Filzmooshörndl

Jungfräuliches Filzmooshörndl oder warum sich früh aufstehen immer wieder auszahlt.



30cm Neuschnee über Nacht!
Extra viel Zeit haben wir leider nicht, extra viele Höhenmeter sollten es auch nicht sein- geh ma Filzmooshörndl.
Mit so viel Schnee haben wir den Weg durch den unteren Wald in Richtung Filzmoosalm wirklich noch nie erlebt!

Alice im Wunderland hat ja gar keine Ahnung!

Ab der Filzmoosalm heißt es für „Spurmaschine Martin“ und „Du-spurst-als-wie-wennst-an-Stecken-zwischen-die-Haxn-hättst Julia“ volle Kraft voraus und Spurarbeit vom Feinsten. Das Wetter wechselt zwischen Sonne und Nebel, mit dem ständigen Begleiter, dem Wind.

Immer gerade aus.

Von einem kurzzeitigen White-out lassen wir uns nicht beirren, auch wenn wir, im Nachhinein betrachtet, die Spur nicht ganz optimal angelegt haben, so führt sie trotzdem ans Ziel. Uns folgen zwei ältere Herren und schlussendlich stehen wir, an so einem Traumtag, nur zu fünft am sonst so überlaufenen Gipfel des Filzmooshörndls.

Wie im Märchen. Also wie bei Alice.

Als Dankeschön für unsere Spurarbeit, dürfen wir auch im märchenhaften Gipfelhang unsere Spuren als erstes ziehen. Kann man eigentlich an Pulverschnee ersticken?! Wir schwingen ab und ein kurzer Blick genügt um das zu beschließen, was wir drei uns denken. „Nachdem die Spur ja jetzt eh schon da ist, könn ma a zweites Mal auch noch rauf.“ Gesagt, getan. Bevor der große Ansturm näher rückt packen wir unsere Felle rauf und der Gipfelhang gehört uns einmal mehr.

Frau Holle ist ja auch ein Märchen?!

Einmal geht’s noch. Aber nicht am Gipfelhang, sondern auf der gegenüberliegenden Seite bei der Loosbichlalm. Wir fliegen fast mit einer Leichtigkeit über den Tiefschnee zurück zur Filzmoosalm und machen uns Bereit für den dritten und letzten Aufstieg.

Das Märchen hat auch einmal ein Ende

Am Loosbühel treffen wir ein Pärchen welches uns auch am Filzmooshörndl schon untergekommen ist. Die Unterhaltung begann harmlos mit den möglichen Abfahrtsvarianten und gipfelte schlussendlich in der vorsichtigen Frage, ob sie überhaupt eine Lawinenausrüstung mitführen. Ein schlichtes und einfaches „Nein“, mit der Begründung „wir haben uns gedacht, dass hier eh nichts passiert“ ist mehr als grob fahrlässig! Nachdem die Bergretter unter uns eine kleine Aufklärungsrunde starteten, wurde die Unterhaltung von der Gegenseite doch sehr schnell beendet. Unvorstellbar, wie leichtsinnig manche Menschen mit ihrem Leben und mit dem Leben von freiwilligen Helfern umgehen!

Trotz dieses kleinen Dämpfers genossen wir die abschließenden 600 Höhenmeter in vollen Zügen und wohl wissend, dass wir im Ernstfall bestens gerüstet wären.

Leave a Comment

*