Hochfeiler Nordwand

- wunderschöne Tour im Antlitz des Hochferners

„Das kann man vergleichen mit Großarl, also jetzt fahr ma gerade Richtung Hüttschlag“



Das Pfitschtal in der Nähe von Sterzing ist wahrhaftig ein Ort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Wer traditionelle südtiroler Küche genießen und eine gemütliche Nacht verbringen will, sollte unbedingt einen Abstecher in das Gasthaus Pfitscherhof  machen.

Aufgrund der Schneelage geht es für uns schon am Ende der „Hauptstraße“ los, vorbei an einem Auto, dass den Forstweg blockiert, weil einfach zu viel Schnee. Bei Vollmond steigen wir durch mäßig ansteigendes Gelände, vorbei am Messner Biwak hoch zur Griesscharte. Durch die Schneefälle am vergangenen Wochenende finden wir perfekte Bedingungen vor, die uns den Aufstieg zur Scharte erleichtern.

Der Moment, an dem man die Sonnenbrille auspacken kann
Wer kennt den Augenblick nicht: Aufbruch (gefühlt) mitten in der Nacht, eigentlich will man einfach nur schlafen, der Aufstieg im Schatten trägt nicht gerade zum Wohlbefinden bei und dann plötzlich: Sonne im Gesicht. Und alles ist vergessen- das kann nur ein grandioser Tag werden! Wir fahren ca. 100hm von der Scharte auf das Rötkees hinunter und queren Richtung Osten, leicht ansteigend zu einem weiteren Felsriegel.

Wie war das mit der Sonne? Kann mal bitte jemand Schatten machen?!

Frühlingstour de luxe. Ohne Erbarmen scheint die Sonne, früh am Morgen schon, auf uns herab und begleitet uns unbarmherzig auf unserem Weiterweg über eine kleine Scharte zum Schlegeiskees. Von dort weiter über den Gletscher bis wir unter der Wand angekommen sind. Eifrig werden Ski gegen Steigeisen und Stöcke gegen Eisgeräte getauscht- jetzt beginnt der eigentliche Spaß!

Der Rhythmus bestimmt das Tempo

Pickel – Schritt – Pickel – Schritt. Oder doch: Schritt – Pickel – Schritt – Pickel? Sachen, über die man sich in einer NW Wand definitiv Gedanken machen sollte 😉 Bei idealem Stapfschnee kommen wir zügig voran und eher als gedacht befinden wir uns schon beim Ausstieg aus der Wand. Über den Gipfelgrat geht es in leichter Kletterei hoch bis zum Gipfel des Hochfeilers auf 3509m.

Ein Traum in Weiß

Mit den Ski geht es direkt vom Gipfel nordseitig hinunter in das Gletscherbecken, wo der Firn leider noch etwas auf sich warten lässt. Nachdem wir einige Höhenmeter mehr schlecht als recht, die über 2000hm Aufstieg machen sich bemerkbar, abgefahren sind, ist er endlich da- der perfekte Firn. Die Laune steigt schlagartig und die weitere Abfahrt über den flachen Gletscher bis zur Talsohle ist ein purer Genuss.

„Warum sind da Aufstiegsspuren? Was macht ma da oben? Steine schauen und wieder runterfahren?!“

Der Gegenanstieg war uns allen bewusst, aber dass DAS der Gegenanstieg ist, mit dem hat keiner gerechnet. So ist das, wenn man sich lustig macht und sich paar Minuten später selbst im Osthang wiederfindet und „Steine schauen geht“. 150hm purer Sonnenschein mit etwas weniger Genuss.

Quer durchs Gemüsebeet

Die weitere Abfahrt nach der verfallenen Alm gestaltet sich eher nach dem Motto „Schneefleckerlsuchen“. Jedoch pünktlich zur Mittagszeit sitzen wir in Sterzing und genießen unsere wohlverdiente italienische Pizza. Tourenausklang par excellence!

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