Julia am Gipfel vom Schareck

Schareck – Mittlere Eisrinne

„Papa, die war’n am Berg, die haben a Axt mit“- so oder so ähnlich.



Steil ist geil: unsere erste richtige Rinne- von Rauris über das Niedersachsenhaus, durch die mittlere Eisrinne auf das Schareck. 

Nach Julia’s erstem offiziellen Bergrettungs-Schulungsabend war die Motivation für den nächsten Tag und die bevorstehende Tour extra groß! Wieder einmal etwas „zum ersten Mal“ machen ist immer etwas besonders, so auch diese Tour.
Gestartet sind wir mit geschätzten 30 Hocharn-Aspiranten in Richtung Naturfreundehaus. Dort wo sich die Spreu vom Weizen trennt (oder aber auch bei der Weggabelung) sind wir plötzlich nur noch alleine unterwegs. Auf unserem einsamen Weg hinauf zum Niedersachsenhaus ist es fast schon amüsant (oder traurig?) wie viele Menschen sich in Richtung Sonnblick und Hocharn machen.


„Schaut aus als hättest nur ein Bein“

Rein physikalisch gesehen, ist meistens bei einem Felsen unterhalb ein Loch im Schnee. Auch diesmal. Gewisse Sachen müssen einfach immer wieder getestet werden. Nach 3x lachen, einem um-Hilfe-Bitten von Julia, einem Beweisfoto von Martin und der tatsächlichen Hilfe von Michi, geht es mit den Skiern am Rücken die letzten Höhenmeter in Richtung Hütte nach oben.


Beim Niedersachsenhaus angekommen, wird das erste Mal der Blick zum Schareck und auf die drei Rinnen frei. Was für ein Anblick! Wir fellen nach einer kleinen Pause ab und fahren in den Kessel hinunter wo man auf die Gasteiner Aufstiegsspur trifft.

Panorama beim Niedersachsenhaus

Jetzt beginnt der richtige Spaß

Ein paar Höhenmeter werden noch mit den Skiern zurückgelegt, dann wechseln wir im steiler werdenden Gelände auf Steigeisen. Wir sind uns alle einig- solche Verhältnisse wie wir sie haben, gibt es nicht oft. Perfekter Trittschnee ohne auch nur einmal nach zu rutschen und das die gesamte Rinne rauf. Die Zeit vergeht wie im Flug und viel früher als es uns allen lieb ist, befinden wir uns auch schon kurz unterhalb des Ausstieges. Eine kleine, feine Kletterei später, befinden wir uns auf einem breiten Firnrücken unterhalb des Gipfels.


„Die Rinne hät ruhig noch weiter raufgehen können“
Der große Temperaturunterschied zwischen schattiger Rinne und sonnigem Firnrücken macht sich bemerkbar und somit wird auf der Männerseite ein bisschen über die Hitze gejammert und auf der Frauenseite die Führungsarbeit übernommen. Wie meistens halt.

„As nächste Mal fahr i mitn Lift rauf“ Gipfel(Station) auf 3123m

Julia war klar, dass die Bergstation des Skigebietes nicht weit weg ist vom Gipfel. Aber dass sie SO nah ist, mit dem hat sie nicht gerechnet. Jedoch lässt sich die Gipfelaussicht nach getaner Arbeit weitaus mehr genießen. Wir fahren über das Skigebiet ab und starten unseren letzten Anstieg des Tages. Beim südseitig exponierten Hang hinauf zur Fraganterscharte auf 2754m finden wir windstille und gefühlte 35 Grad. Wie Strandurlaub- nur ohne Strand dafür mit Winteroutfit.

„Julia, du bist die Queen im Betonen von Wörtern“

Auf der Rückseite können wir in der Wintergasse noch ein paar Firnschwünge setzen und uns (also Julia sich) über Tourengeher aufregen, die nach 13:00 Mittag noch auf den Weg zum Hohen Sonnblick sind. Wir für unseren Teil sind der Meinung, ein kühles Getränk schon mehr als verdient zu haben und setzen somit unseren Weg zurück zum Naturfreundehaus Kolm Saigurn fort.
 

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