Wengerau Dreigestirn

Oder: eine bessere Triologie als 50 Shades of Grey- aber mit fast dem selben Ausgang



Statistisch gesehen (ja so weit sind wir mittlerweile schon), fruchten 9 von 10 Tourenplanungen nicht. Auch diesmal. Die vorabendlichen 3h Recherche, abwägen und planen gipfelten in einer Absage, einem doch-Abraten und einem jetzt-sind-wir-gleich-schlau-wie-vorher. Na gut, ein spontaner Entschluss um 7 Uhr früh muss her. Wengerau Eiskogel? – ja passt. 2 Sekunden, so schnell kann es gerne immer gehen!

Gleichzeitig mit uns machte sich der originalste Tourengeher den wir jemals gesehen haben mit uns auf den Weg Richtung Hackelhütte. Wie wir später erfahren haben, ist es DER Originalste und wohl auch im ganzen Pongau bekannt.

Vorbei an der Hütte und mit Auflockerung der Wolken setzten wir unseren Weg, mittlerweile in bester Begleitung zahlreicher Anderer, fort. Eine 50/50 Chance der Verhältnisse bei Touren im Tennengebirge ist immer das Kar unterhalb der Tauernscharte. Irgendetwas zwischen eisig, eingeweht, zu lawinengefährlich oder, wie diesmal, semi-gut und 20 Grad ist immer dabei.

Beim Aufschwung zum Eiskogel beobachten wir auf der gegenüberliegenden Seite einige die im schönsten Pulver von der Schartwand abfahren- da müssen wir auch unbedingt noch rauf! Am ersten Gipfel angekommen, finden wir uns zwischen (sehr) vielen Menschen wieder, ein Alpenvereinsausflug? Naturfreunde? Oder einfach Natur Freunde? Total legitim, dass noch mehr diesen unbeschreiblichen Samstag ausnutzen.

Julia drängt auf die Schartwand und somit ziehen wir unsere ersten Schwünge in den, Gott sei Dank noch nicht ganz so verspurten, Gipfelhang. Michi will kapitulieren- keine Lust mehr.

Nicht mit uns, Freundchen!

Mit viel Überzeugungsarbeit, gut zureden und mit der Aussicht auf ein Hopfen-Malz-Getränk (hilft in 99% der Fälle) kann die Motivation für weitere 200hm aufgebracht werden. Den Gipfel der Schartwand haben wir ganz für uns alleine. In völliger Stille können wir das lustige Treiben der Ameisen am gegenüberliegenden Eiskogel beobachten und die Ruhe für einen kleinen Drohnenflug ausnutzen.

Di pock i heite a no!

Als wir wieder in der Senke angekommen waren und für den Gegenanstieg zur Tauernscharte wieder auffellten, malten wir uns keine realistische Chance aus, Michi noch für einen Aufstieg auf den Tauernkogel motivieren zu können. Doch plötzlich, voller Elan „di pock i heite a no“ mit einem Fingerdeut auf den Tauernkogel. Jawohl, dass ist der Michi den wir kennen! Weiter geht’s - next Stop: Tauernkogel. Als uns Martin während des Aufstiegs von der Tauernkogel Ost Abfahrt vorschwärmte, gab es schier kein Halten mehr!

Dann war es wieder da.

Das Gefühl am Gipfel. Mit dem Blick zurück auf die beiden anderen Gipfel gerichtet, macht sich ein großes Gefühl der Dankbarkeit breit. Wie perfekt kann ein Tag alleine sein? Umgeben mit den Menschen die man mag und liebt, getoppt mit einem Gipfelkreuz ist einfach pures Glück.

Wir genießen die unverspurte Abfahrt über die Tauernkogel Ost Seite und machen unseren letzten (Einkehr)Schwung zur Heinrich Hackel Hütte.

Leave a Comment

*